Erfahrungen mit Bettina Tschirschwitz, Teil 3

Datum 10.03.2013 16:00:00 | Thema: Bettina Tschirschwitz

Zugunsten der Gutachterin Bettina Tschirschwitz sollte man erwähnen, dass sie im Rahmen ihrer sozialpädagogischen Ausbildung an einer FH möglicherweise in der Lage ist, ein ebensolches sozialpädagogisches Gutachten zu erstellen, aber ich meine, in fachpsychologischen Begutachtungen hat diese Frau nichts zu suchen. Meiner Ansicht nach darf man als betroffener Elternteil und insbesondere als Vater hier nichts erwarten.


Die angebliche Gutachterin ist ausgebildete Dipl.-Sozialpädagogin (FH) und wurde vom Amtsgericht Nauen (Richterin Passerini und Richterin Nagel) sowie vom Amtsgericht Tempelhof bereits mehrfach als Gutachterin in Familiensachen bestellt. Mir liegen die Gerichtsbeschlüsse vor, in denen sie beauftragt wurde, ein "fachpsychologisches" Gutachten zu erstellen.

Nun kann sich natürlich jeder an den Kopf fassen und sich fragen "Wie kann denn sowas sein, dass eine Dipl.-Sozialpädagogin (FH) mit einem fachpsychologischen Gutachten betraut wird? Das widerspricht doch jeder Logik!". Ja, das ist der Punkt, denn genau das ist meiner Meinung nach die Definition von grober Fahrlässigkeit fürs gemeine Volk.

Aber wer ist nun verantwortlich für die Bestellung des Gutachters? Das Gericht kann per Gesetz selbst einen Fleischer zum fachpsychologischen Gutachter erklären, wenn es den Fleischer für befähigt hält, ein solches Gutachten abzugeben. Ist nun die Gutachterin verantwortlich, dem Ruf des Geldes, das sie zweifelsfrei erhält (85EUR pro Stunde, Stand 11/2011), zu folgen oder ist es das Gericht, das hier grob fahrlässig handelt, weil es im übertragenen Sinne einen Fleischer zum fachpsychologischen Gutachter bestellt?

Auf meine Beschwerde bzgl. des Gutachtens legte die Gutachterin Bettina Tschirschwitz dem Gericht ein Zertifikat über einen teuer besuchten Weiterbildungskurs vor (vier Wochenenden a zwei Tage), das ihre Qualifikation belegen sollte. Diese Weiterbildung hat geschätzte 4800EUR gekostet. Der Anbieter des Kurses erklärt aber, dass man das Geld binnen weniger Monate wieder drin hat, wenn man sich denn an seine Richtlinien hält...

Genauso spannend ist der Umstand, dass die Gutachterin Ihre Webseite www.sozialgutachten.de nach meiner Beschwerde beim OLG Brandenburg ausser Betrieb genommen hat. Nanu? 

Nachdem also das Amtsgericht Nauen, in persona Richterin Passerini, dem Gutachten folgte, in dem große Teile des Gutachtens im Gerichtsbeschluss einfach abgeschrieben wurden, sah das Oberlandesgericht Brandenburg, 4. Senat für Familiensachen unter Leitung des Richters am Oberlandesgericht Dr. Trimbach die Qualität des Gutachtens offensichtlich anders. Jedenfalls wurde die Einholung eines weiteren Gutachtens beschlossen.

Wenn man sich mit der Qualifikation der Gutachterin Bettina Tschirschwitz kritisch auseinandersetzen möchte, könnte man folgende Unterlagen zur Hand nehmen:

  • Werbung des Herrn Dieter Kubutat zur Teilnahme an seinen Weiterbildungskursen (7MB)
    Herr Dieter Kubutat erklärt Ihnen an zehn Tagen für 4800EUR, wie sie als Diplom-Sozialpädagogin fachpsychologische Fragestellungen beantworten können und Ihre Einmalinvestition binnen kurzer Zeit wieder rein haben dank seines Coachings, wie eine Bewerbung bei den Gerichten auszusehen hat. Es lohnt sich, dieses Dokument genauer zu lesen...
  • Vita der Gutachterin, eingereicht als "Bewerbungsunterlagen" bei Gericht, bzw. Nachweis ihrer Qualifikation
    Interessant, dass man nur wenige Stunden braucht, um als Sozialpädagogin psychologische Gutachten erstellen zu können, wofür Psychologiestudenten Jahre brauchen. Ebenso interessant, dass die Gutachterin von einem Diplom-Pädagogen Dieter Kubutat zu einem Sachverständigen ausgebildet wurde. Sie übernimmt in der Folge auch die Beantwortung von fachpsychologischen Fragestellungen.

 Nun, mittlerweile findet man(n) relativ viele Infos über die erstaunliche Arbeitsweise der Frau Bettina Tschirschwitz. Andere Quellen sind z.B.

 





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