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Artikel ID : 7
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Version 1.00.08
Verffentlichungs Datum: 20.12.2011 17:20:00
Gelesen : 4203

Es ist nicht alles Gold, was glänzt... Und nicht jeder Gutachter arbeitet seriös...

Offensichtlich bereiten manch einem Gutachter so außergewöhnliche Wünsche wie eine nachvollziehbare Dokumentation der Explorationen durch Tonbandaufzeichnungen arge Kopfzerbrechen. Womöglich befürchten sie, man könne ihre Tätigkeit dadurch als Scharlatanerie entlarven.


Aber woran erkenne ich nun einen "guten" Gutachter?

gutachter

Nunja, zum einen sollte er bei fachpsychologischen Fragestellungen, zu denen er vor Gericht Stellung nehmen soll, zu allererst einmal Psychologe sein. Für Otto-Normalverbraucher eine logische Konsequenz, für das Amtsgericht Nauen, vertreten durch Richterin Ramona Passerini aber ganz und gar nicht logisch. Diese beauftragt auch gern mal Diplom-Sozialpädagogen (FH) mit der Erstellung fachpsychologischer Gutachten, z.B. Bettina Tschirschwitz. Und zwar mit dem Erfolg, dass sie vom OLG Brandenburg regelmäßig abgewatscht wird und ein zweites Gutachten eingeholt wird.

Als nächstes wäre es sicher vorteilhaft, wenn der Gutachter dem BDP angehört (Berufsverband deutscher Psychologen), aber auch ein solch vermeintliches Gütesiegel macht noch keinen Gutachter.

Die geheimnisvolle Welt der Gutachter

Nun gibt es auch Gutachter, die sich gar nicht gern in die Karten gucken lassen. So z.B. Frau Phyllis-Renee Boldt, die im Dezember 2010 vom Oberlandesgericht Brandenburg mit der Erstellung eines Zweit-Gutachtens beauftragt wurde, nachdem Frau Bettina Tschirschwitz im ersten Versuch versagte. Frau Phyllis-Renee Boldt nahm dann Mitte Februar 2011 (zwei Monate später!) Kontakt mit den Kindeseltern auf. Der Kindesvater bestand ihr gegenüber auf eine Tonbandaufzeichnung der Explorationsgespräche, da er bereits Bettina Tschirschwitz erlebt hat, die ihr Gutachten seiner Ansicht nach nach Freidünken erstellt hat, ohne auch nur einen Teil der Exploration richtig wiederzugeben. Frau Boldt erwähnte dem Kindesvater gegenüber telefonisch, dass, falls er auf Tonbandaufzeichnungen bestehen würde, sie den Gutachterauftrag zurückgeben würde.

Nun, der Kindesvater bestand darauf und wandte sich an das OLG Brandenburg mit der Bitte, einen Beschluss zum Thema Tonbandaufzeichnungen der Explorationsgespräche zu fassen. Nun wurde es der Gutachterin aber wirklich zuviel! Anfang März 2011 bat sie das Gericht um Entbindung vom Auftrag, da "nach Aktenstudium die Komplexität der Falllage ersichtlich geworden ist" und Gutachterin Phyllis-Renee Boldt auch "weiterbildungsbedingte zeitliche Einschränkungen" hat, sich dem Gutachtenauftrag zu widmen. Das OLG folgte dem Antrag Anfang April.

Moral von der Geschicht'

Die Gutachterin hat den Verfahrensverlauf um weitere vier Monate verschleppt. Sie hat erst vier Monate nach der Beauftragung bemerkt, dass sie eigentlich gar keine Zeit zur Begutachtung hat. Der Gutachtenauftrag war ihr zu komplex. Sie will keine Tonbandaufzeichnungen machen (was ja nicht wirklich hohen Aufwand bedeutet). Ein merkwürdiges Verhalten der Gutachterin, bloss gut, dass sie nicht zum Zuge kam... Wer nun glaubt, man müsse die Gutachterin dann ja auch nicht bezahlen, wenn sie kein Gutachten abgegeben hat und sich aus eigenen, freien Stücken vom Auftrag hat entbinden lassen, der irrt! Das OLG Brandenburg honoriert das Lesen der Gerichtsakten und zwei Gespräche a jeweils anderthalb Stunden mit satten 1800EUR. Und zahlen müssen es die Eltern, denen der Einsatz der Gutachterin nun so gar nicht weitergeholfen hat.

"So was gibt's doch gar nicht", könnte man meinen. Ooooh, im Familienrecht gibt es einfach alles. Hier steht der Schriftverkehr zum Nachlesen.

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